Karsten Hölscher

IBK Bissendorf
Für viele Unternehmen in der Wedemark bricht eine der wohl schwierigsten Zeiten an und jede/r von uns kann helfen, die gewohnte Vielfalt in der Wedemark aufrecht zu erhalten, indem wir weiterhin bzw. verstärkt unsere Einkäufe in den lokalen Betrieben erledigen.
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30900 Wedemark

Sie als Unternehmer, Vorsitzender der IBK und Mit-Initiator des Projektes „Zusammen-Wedemark“ bekommen viel mit von unseren Wedemärker Unternehmen. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein, sowohl für die Wedemärker Wirtschaft und als auch für die Wirtschaft im Allgemeinen?

Das ist Stand heute relativ schwer zu beurteilen, da wir noch nicht wissen, wie lange die Einschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus andauern werden. Auch Spätfolgen, z.B. für das Handwerk sind jetzt noch nicht absehbar. Klar dürfte aber sein, dass wir noch eine ganze Weile mit Einschränkungen leben werden müssen. Einer schrittweisen Lockerung der Beschränkungen steht vor allem der Schutz der Gesundheit aller gegenüber. Ich denke und hoffe aber, dass insbesondere der Einzelhandel schrittweise wieder öffnen dürfen wird, unter Einhaltung hoher Sicherheitsmaßnahmen. Für die Gastronomie kann vorerst nicht die Rede von Normalität sein, Abhol- und Lieferservices können hier weiterhin helfen. So auch der Kauf von Gutscheinen für die Zeit nach Corona. Großveranstaltungen werden wir in diesem Sommer wohl eher nicht erleben. „Flatten the Curve“, also das Eindämmen der Erkrankungswelle, hat bisher gut funktioniert. Dennoch ist der Zenit noch nicht erreicht, somit können wir nur weiter daran arbeiten, dass wir es gemeinsam schaffen, zusammenhalten und die Hoffnung nicht aufgeben.

Zusammenhalten, es gemeinsam durch die Krise schaffen - dafür haben Sie eine gute Basis mit dem Projekt „Zusammen-Wedemark“ geschaffen. Sehen Sie die einzelnen Unternehmer auch selbst in der Verantwortung, jetzt zu handeln?

Ja, auf jeden Fall. Es funktioniert nur, wenn jeder Unternehmer auch selbst Verantwortung übernimmt. Das, was wir mit dem Projekt „Zusammen-Wedemark“ bieten, ist eine Hilfe zur Selbsthilfe. Ins Handeln müssen die Unternehmer selbst kommen. Sei es durch kreative Ideen oder sonstige Möglichkeiten. Jeder Unternehmer kann, darf und muss die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ergreifen, Denkanstöße nutzen, aktiv werden und das Beste daraus machen. Wir als Team von „Zusammen-Wedemark“ unterstützen dabei, dieses dann für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen.

Sie sind selbst Unternehmer in der Wedemark. Sind Sie von den aktuellen Auflagen betroffen bzw. sind bei Ihnen im Unternehmen bereits Auswirkungen der Corona-Krise spürbar?

Meine Agentur ist primär nicht von den Maßnahmen betroffen. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich als Dienstleister mit meiner Agentur überwiegend aus dem Home-Office arbeiten kann und vieles auf digitalem Wege abgewickelt wird. Bei meinen Kunden spüre ich natürlich schon eine gewisse Zurückhaltung, was Investitionen in Marketing und Werbung in der aktuellen Situation betrifft. Hier spielen sicher Existenzängste eine große Rolle. Keiner weiß, wo er in zwei, drei Monaten steht. Klar, es ist wichtig zu werben, immer präsent zu sein, das weiß jeder Unternehmer. Gleichzeitig verstehe ich jeden einzelnen Unternehmer, der jetzt versucht, die Schäfchen im Trockenen zu halten. Was das angeht, war ich schon immer mehr Mensch als Unternehmer.

Ist Werbung für Unternehmen jetzt nicht besonders wichtig?

Ich denke, dass die Unternehmen, die bisher werblich gut aufgestellt waren und zufriedene Kunden haben, sicherer durch die Krise gehen werden, auch wenn sie vorübergehend ihre Werbeausgaben reduzieren. In der Versenkung verschwinden und auf staatliche Hilfen hoffen sollten sie dennoch nicht. Jeder Unternehmer ist herzlich eingeladen, sich an dem ehrenamtlichen Projekt „Zusammen-Wedemark“ zu beteiligen und seine geänderten Services und Dienstleistungen, Öffnungszeiten und Lieferdienste anzubieten.

Mit dem Projekt zeigen Sie großes Engagement. Aber „Zusammen-Wedemark“ ist nicht der einzige Bereich, in dem Sie sich ehrenamtlich engagieren. Wo genau engagieren Sie sich noch und was ist Ihre Motivation dahinter?

Ich bin tatsächlich schon immer vielseitig ehrenamtlich tätig gewesen. Es bereitet mir Freude und ein gutes Gefühl, da zu unterstützen, wo ich weiß, dass die Hilfe auch ankommt. Manchmal sind es Dinge, die mir persönlich sehr leichtfallen und besonders Spaß machen, z.B. einen Film oder eine Webseite zu erstellen. Aktuell liegt mein ehrenamtlicher Einsatz neben „Zusammen-Wedemark“ aber besonders in meiner Tätigkeit in der DLRG. Übungsdienste dürfen wir ja aktuell nicht durchführen, stattdessen engagieren wir uns als Mitglied der Freiwilligenagentur für den Einkaufsservice innerhalb der Nachbarschaftshilfe. Viele Ältere oder chronisch Kranke sollen aktuell zu Hause bleiben, um sich nicht anzustecken. Wir als DLRG kaufen kostenlos für diese Menschen ein. Hier meine dringende Bitte an alle, die zu den Risikogruppen gehören: Bitte nehmen Sie diesen Service in Anspruch. Trauen Sie sich, den Hörer in die Hand zu nehmen und um Hilfe zu bitten. Es dient Ihrem persönlichen Schutz und wir tun es gern für Sie!

Wie stehen Sie zu Unternehmen, die aktuell versuchen, aufgrund der Krise Profite zu machen?

Hier sollten wir unbedingt differenzieren. Ja, es gibt diese Unternehmen, die jetzt mit der Angst der Bürgerinnen und Bürger spielen, um damit schnelles Geld zu machen und mit dubiosen Angeboten locken. Davor möchte ich eindringlich warnen. Wie hat Helmut Schmidt so schön gesagt? In der Krise zeigt sich der Charakter. Gleichzeitig gibt es Unternehmen, die sich uneigennützig sehr solidarisch zeigen und für die Gemeinschaft da sind. Sei es ein großes Wedemärker Kosmetikunternehmen, welches die derzeit für ihren Geschäftszweig nicht benötigten Schutzhandschuhe kostenfrei für die medizinische Versorgung zur Verfügung stellt. Oder auch unsere Apotheken, die gerade Übermenschliches leisten. Klar, medizinischer Mundschutz ist aktuell teurer als sonst. Aber das liegt vor allem an den schweren Beschaffungswegen und an den viel teureren Einkaufspreisen. Die Mitarbeiter riskieren zudem ihre Gesundheit für uns. Auch das sollten wir wertschätzen. Wir können stolz auf die Unternehmen sein, die sich in der Verantwortung sehen, sich jetzt engagieren und ihren Beitrag leisten. Umso schöner, wenn wir es durch unser persönliches Konsumverhalten wertschätzen können, indem wir weiterhin lokal einkaufen bzw. beauftragen.

Denken Sie, dass „Zusammen-Wedemark“ auch in Zukunft eine Rolle spielen wird, wenn wir die Corona-Krise überstanden haben?

Das Beste, was aus dieser Krise bisher hervorgegangen ist, ist, dass wir als Wedemark ein ganzes Stück enger zusammenrücken. Und genau das ist es, was wir uns erhalten sollten. An dem Team von „Zusammen-Wedemark“ habe ich keine Zweifel. Und ich wünsche mir, dass alle Beteiligten, seien es die Gewerbevereine, die Unternehmen und auch die Bürgerinnen und Bürger, diesen gemeinsamen Weg weiterverfolgen und unterstützen. Egal ob in der Krise oder in guten Zeiten: Zusammen sind wir die Wedemark und darauf können wir stolz sein.

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